Wer am vergangenen Freitag und Samstag (18./19.09.) in der Nähe von Mauersberg unterwegs war,
konnte es schon von Weitem hören und vermutlich auch riechen: Am Bodenberg, wo im Winter
eigentlich die Skifahrer ins Tal wedeln, wurde wieder Gas gegeben. Die SG Mauersberg stellte
ihren Skihang zum 9. Mal für das SIMSON SPEEDHILL zur Verfügung – und der wurde wieder zur
Rennstrecke umgebaut.
Hinter der Veranstaltung steckt ein buntes Team von Motorsportfreunden rund um Hauptorganisator
Michael Noack, das in diesem Jahr Verstärkung vom frisch gegründeten Motorsportverein
Großrückerswalde e. V. (MSV) bekam. Wie in den letzten Jahren kümmerten sich die Mitglieder der
Abteilung Ski der SG Mauersberg e. V. bestens um das leibliche Wohl der Gäste und die
entsprechenden Rahmenbedingungen. Das Wetter spielte mit, wie man es sich nur wünschen kann:
Spätsommer pur, trockener Boden, Sonne satt. Am Hang standen hunderte Zuschauer, und auch die
SIMSON–Gemeinde war bestens gelaunt. Von 50 gemeldeten Fahrern schafften es 48 an den Start,
das ist neuer Teilnehmerrekord! Die meisten stammten aus den Nachbarorten und dem restlichen
Erzgebirgskreis, es war also fast ein Heimspiel.
Freitag: Der Prolog
Zum Auftakt gab es den Prolog, bei dem jeder einmal zeigen konnte, was er und seine Maschine
draufhaben. Die Startnummern wurden vorher unter den Fahrern verlost. Dann ging es immer zu
zweit gleichzeitig über zwei Runden durch den abgesteckten Hindernisparcours im oberen Bereich
des Skihangs. Wer ein Hindernis ausließ oder zu früh losstürmte, bekam pro Vergehen 3
Strafsekunden aufgebrummt. Erwischt hat es den ein oder anderen, maximal mussten jedoch nur 6
Sekunden eingesteckt werden.
Ganz vorn landete Markus Schönherr mit 2:59:99 Min. und damit als Einziger unter der Drei–
Minuten–Marke. Nur 0,83 Sekunden dahinter folgte Bert Rollinger (3:00:82 Min), auf Rang drei
kam Mark Wieland (3:08:84 Min.). Für die drei Schnellsten gab es 4, 3 und 2 Sekunden Gutschrift
für den Samstag. Bei den seriennahen Maschinen war Marc Richter (3:11:52 Min.) der Schnellste,
dicht gefolgt von Mitorganisator Michael Noack (3:14:24 Min.), der seine eigene Strecke
offensichtlich sehr gut kannte. Dritter wurde Luca Reuter (3:29:76 Min.).
Am Abend übernahmen die DJs von Sunshine Project und es wurde gefeiert, bis die ersten Vögel
wieder zwitscherten.
Samstag: Zwei Läufe und das große Finale im Matadorenlauf
Am Samstag ging es dann richtig zur Sache. Die knapp 1,5 km lange Strecke hatte es in sich: Der
steile Aufstieg entlang der Lifttrasse, eng gesteckte Kurven, Holztreppe, Baumstämme, Autoreifen
und zum Abschluss das Zielsprungsofa wollten gemeistert werden. Gefahren wurde in zwei Läufen
mit je 30 Sekunden Abstand zwischen den Kontrahenten. Im ersten Lauf starteten die Fahrer in der
Reihenfolge des Prologs, im zweiten genau andersherum, sodass die Schnellsten ganz zum Schluss
noch einmal ran mussten. Beide Zeiten wurden zusammengezählt und die Prolog–Gutschrift kam
obendrauf.
Bert Rollinger machte gleich im ersten Lauf Ernst. Mit 2:58 Min. fuhr er die schnellste Zeit des
ganzen Wochenendes. Pascal Rennau antwortete im zweiten Lauf mit 3:00 Min., der Bestzeit dieses
Durchgangs. In Summe beider Zeiten lag Rollinger am Ende mit 5:58 Min. vorn, gefolgt von
Schönherr (6:05) und Rennau (6:06), dahinter Mark Wieland und Florian Drechsler. Bei den
Seriennahen sorgte Oskar Fritzsch für die Überraschung. Ohne Prolog–Gutschrift im Gepäck
steigerte er sich von 3:31 auf 3:15 Min. und schob sich mit 6:46 Min. vor Marc Richter (7:05) und
Michael Noack (7:17).
Nicht jeder kam jedoch wie geplant durch: Mancher verlor den Auspuff, bei anderen sprang die
Kette ab. Wer Zeiten von über 10 Minuten hinlegte, hatte sicher viel zu erzählen. Trotz einiger
Stürze kamen aber alle ohne größere Blessuren davon. Das ist das Wichtigste!
Zum Schluss stand der Matadorenlauf an. Die jeweils zehn Besten beider Klassen gingen im
Massenstart gleichzeitig ins Rennen. Dabei wurde die Reihenfolge noch einmal ordentlich
durcheinandergewürfelt: Rennau fuhr an Schönherr vorbei auf Platz zwei, Jacob Reuther arbeitete
sich von Rang sieben auf vier vor. Vorn aber blieb alles beim Alten. Bert Rollinger aus Grumbach
gewann den Lauf und damit zum dritten Mal die Open–Klasse. Den Wanderpokal darf er nun für
immer behalten. Bei den seriennahen Maschinen bis 70 ccm sicherte sich Oskar Fritzsch den Sieg
vor Vorjahressieger Marc Richter und Michael Noack.
Die Top 3 im Überblick:
Open:
1. Bert Rollinger (Gesamtzeit 5:58 Min.)
2. Pascal Rennau (6:06 Min.)
3. Markus Schönherr (6:05 Min.)
Seriennah:
1. Oskar Fritzsch (6:46 Min.)
2. Marc Richter (7:05 Min.)
3. Michael Noack (7:17 Min.)
Hier findet ihr die kompletten Ergebnisse –> des Prologs am Freitag sowie –>des Hauptrennens am Samstag.
Ein besonderes Lob verdienen die großen und kleinen Zuschauer: Kaum war das letzte Rennen
vorbei, packten sie ganz selbstverständlich mit an und halfen beim Abbau der Strecke, so dass nach
einer kurzen Verschnaufpause mit einem kühlen Getränk in der Hand die Siegerehrung beginnen
konnte. Vor versammeltem Publikum gab es dann den verdienten Applaus und Pokale für alle
Platzierten. Im Anschluss brachten die Jungs von Sunshine Project die Pistenbully–Garage noch
einmal ordentlich zum Beben und heizten dem feierwütigen Partyvolk zur Spätsommernacht
ordentlich ein.
Ein rundum gelungenes Event am Skilift.
Dag Kohlhause führte in diesem Jahr zum ersten Mal allein durch das Rennwochenende und
beerbte damit seinen Vater Wulf am Sprecher–Mikrofon. Er tat das in gewohnter Weise mit viel
Hingabe, Fachwissen und schlagfertigem Humor – vielen Dank dafür!
Ein großes Dankeschön geht außerdem an alle Sponsoren, Fahrer, Helfer, Zuschauer und
Vereinsmitglieder, ohne die ein solches Event nicht möglich wäre.
Nächstes Jahr feiert das SPEEDHILL sein kleines Jubiläum. Für die 10. Auflage muss allerdings ein
neuer Wanderpokal her, denn der alte glänzt ab sofort im Grumbacher Mondlicht. Wir freuen uns
drauf!
Mehr Fotos vom Speedhill? –> Hier (externer Link) gehts zur Galerie von Matthes Bräuer.
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